Spitzengruppe statt Handballpause

29 Jahre ist er erst alt – und trotzdem hat er die HSG Altenbeken/Buke in die Spitzengruppe der Handball-Verbandsliga geführt. Die Rede ist von Trainer Jan Schwensfeger, mit dem ich einst selbst einige Jahre zusammen Handball gespielt habe und der seit wenigen Monaten das Zepter in der Egge schwingt. Wie zufrieden er mit seiner Entscheidung damals, den Rahmenbedingungen unterm Viadukt und der sportlichen Situation – die HSG hat auch das erste Spiel im neuen Jahr souverän gewonnen und geht so mit sensationellen 23:3 Punkten als Zweiter mit Titelchancen in die Rückrunde, die am kommenden Wochenende beginnt – ist, hat er mir in einem Interview verraten.

Jan, wie charakterisierst du dich selbst als Trainer?
Jan Schwensfeger: Sich selbst zu charakterisieren, ist immer schwierig. Das sollen deshalb lieber andere tun. Nur so viel: Mein Ziel ist es immer, das vorhandene Spielermaterial besser zu machen und weiterzuentwickeln und mich mit personellen Möglichkeiten zu arrangieren. Und das ist im Lauf dieser Saison sehr gut gelungen.

Was hat im vergangenen Oktober den Ausschlag gegeben, nach Altenbeken/Buke zu kommen?
Schwensfeger: Eigentlich hatte ich vor, ein Jahr Handballpause einzulegen. Als dann das Angebot aus Altenbeken/Buke kam, fand ich das aber interessant. Zum einen waren mir vorab schon Teile der Mannschaft bekannt, gegen einige der Jungs habe ich sogar selbst noch gespielt und ich wusste, dass Potenzial da ist. Zum anderen ist die Strecke von meinem Wohnort Höntrup zur Schulsporthalle kurz. Einige Angebote von höherklassigen Vereinen habe ich wegen des zu großen Fahraufwands dagegen abgelehnt.

Nach wenigen Monaten in der Verantwortung: Was sagst du zur HSG Altenbeken/Buke und zur Mannschaft?
Schwensfeger: Ich bin von allen Seiten sehr gut und herzlich aufgenommen worden. Mannschaft und Umfeld sind wirklich toll, da hatte ich Glück, das man im Vorfeld nie so ganz genau kalkulieren kann. Dazu kommt, dass der kleine, aber feine Verein sehr gut organisiert ist, dass die Strukturen passen. Ich bin deshalb sehr zufrieden mit meiner Entscheidung. Besonders erwähnen möchte ich in diesem Zusammenhang auch, dass ich mit Jonas Schäfers einen super Co-Trainer habe, mit dem ich selbst einst zusammen in Blomberg in der Jugend gespielt habe. Die Zusammenarbeit mit ihm ist wirklich hervorragend.

Welcher Spieler hat dich bislang am meisten überzeugt, welcher Spieler vielleicht überrascht?
Schwensfeger: Da möchte ich gar keinen einzelnen Spieler herausheben, weil die Mannschaft im Kollektiv überzeugt und sich in Summe in der ersten Saisonhälfte stark präsentiert hat. Eine sehr gute Entwicklung hat aber sicherlich Alexander Jungeilges gemacht, bei dem sogar noch viel mehr Potenzial da ist.

Wie bewertest du die Verbandsliga?
Schwensfeger: Die Liga ist stärker, als ich im Vorfeld gedacht hatte. Jede Mannschaft hat ein, zwei, drei Spieler, die auch in höheren Ligen spielen könnten, es gibt keine einfachen Spiele, die Staffel ist extrem ausgeglichen. Irgendwo hinfahren und locker mit zehn Toren gewinnen, ist kaum möglich.

Was geht in dieser Saison noch für dich und dein Team? So gut wie jetzt stand die HSG in der Verbandsliga noch nie da.
Schwensfeger: Das ist ganz schwer zu sagen. Ich bleibe deshalb bei meiner Devise, dass ich nur von Spiel zu Spiel schaue und mich und das Team immer auf den nächsten Gegner vorbereite. Wollen wir Erfolg haben, müssen wir immer an die Grenze gehen und das Optimum an Leistung herausholen. Bislang hat das – mit Ausnahme des Spiels in Rödinghausen, wo wir schwach waren und keinen guten Tag hatten – sehr gut geklappt. Klar ist aber, dass die Truppe stetige Fortschritte macht, gefestigt ist – und wir in der Tabelle gerne weiter oben bleiben wollen.

Gab es schon Gespräche über deine sportliche Zukunft? Der Vertrag gilt ja nur bis zum Ende dieser Saison.
Schwensfeger: Wir haben uns schon unterhalten und es wird bald weitere Gespräche geben. Dann schauen wir, ob und wie es weitergeht. Jedenfalls macht mir die Arbeit im Verein und mit der Mannschaft sehr viel Spaß.

Erfolgstrainer: Jan Schwensfeger, hier noch als Spieler, hat die HSG Altenbeken/Buke in der Verbandsliga-Spitzengruppe etabliert. Foto: © Rouven Theiß