Jubiläum: Seit fünf Jahren Freiberufler

Fünf Jahre. So lange bin ich auf den Tag genau heute, am 1. Mai, komplett freiberuflich tätig. Fünf Jahre sind eine lange Zeit und für mich ein besonderes Jubiläum, zumal die Aufträge in den Bereichen Journalismus und Text oft umkämpft sind. Für mich sind diese fünf Jahre aber nun ein Grund, zurückzublicken und der Frage nachzugehen, warum ich diesen Beruf überhaupt ausübe – und das dann auch noch selbstständig.

Vorweg sei gesagt: Ich wusste genau, worauf ich mich am 1. Mai 2015 eingelassen habe. Bereits während des Studiums und des Volontariats habe ich nebenbei freiberuflich für Zeitungen gearbeitet und meine ersten Aufträge deshalb schon Anfang 2007 bekommen.

Und mir war schon lange klar, dass ich gerne „irgendwas mit Medien“ machen möchte, wie es an vielen Stellen doch regelmäßig zu hören ist und so schön heißt. Aber warum überhaupt? Rückblickend lässt sich da sagen, dass mir Medienarbeit, Interesse an Geschriebenem und Fotografie mehr oder weniger schon in die Wiege gelegt wurden.

2014 habe ich über die Aktion „WDR2 für eine Stadt“ berichtet. Foto: Theiß

Bei uns zu Hause oder bei den Großeltern stehen und standen unglaublich viele Bücher in den Regalen und es lag immer eine Zeitung auf dem Tisch. Das hat mich fasziniert. Dazu kommt: Der eine Opa hat gerne und gut fotografiert und ist ständig mit der Kamera rumgelaufen, der andere Opa war zeitweise Verleger und Geschäftsführer bei einer Zeitung.

Und mein Papa hat eine Ausbildung im Verlagswesen gemacht, bevor er zur Bundeswehr gegangen ist, später nebenberuflich auch noch Zeitungsartikel geschrieben – das interessanterweise zum Teil über die Handballmannschaft, in der ich als Junge gespielt habe. Da sind für mich dann zwei Dinge zusammengekommen, die spannend waren: Texte und Handball. Das ist immer so geblieben.

An dieser Stelle sind wir jetzt wieder Anfang 2007, als ich – damals handballspielender Student – bei der Neuen Westfälischen Zeitung in Paderborn damit begonnen habe, die Handballtexte zu schreiben. Innerhalb kurzer Zeit war ich dann zuständig für alle Handballmannschaften aus dem Kreis Paderborn, später kam auch noch Tennis hinzu. Und so hat die Sache ihren Lauf genommen. Später gab es weitere Textaufträge, unter anderem für ein lippisches Wochenblatt.

Ebenfalls 2014 durfte ich Paul Breitner treffen. Foto: Theiß

Und noch später habe ich dann ein Volontariat in einer Medienagentur nachgelegt. Hier kamen dann weitere Interessen von mir zusammen: Sportberichte, PR-Texte, soziale Netzwerke, Contenterstellung für Websites. Und viele spannende Termine. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir da zum Beispiel die Aktion „WDR2 für eine Stadt“, das Final-Four-Turnier um den deutschen Handballpokal der Frauen in Leipzig und eine persönliche Begegnung mit Paul Breitner.

Kurz vor dem 1. Mai 2015 bin ich nach Hannover gezogen – und das nach der Zeit als Student, Volontär und fest angestellter Redakteur sowie mit der Erfahrung als freier Mitarbeiter mit dem nötigen Know-how und dem klaren Ziel, es als Freiberufler in dieser Stadt zu schaffen. Ganz von vorne musste ich dabei nicht beginnen, da ich Kunden hatte, für die der Wohnort nicht entscheidend war.

Und 2014 stand auch die Berichterstattung aus Leipzig von der DHB-Pokal-Endrunde der Handballfrauen auf dem Programm. Foto: Theiß

Trotzdem wollte ich mir natürlich auch in Hannover ein Netzwerk aufbauen. Das hat mit der Generierung von Aufträgen für verschiedene Magazine und Wochenblätter und festen wöchentlichen Terminen in den Korrekturabteilungen von Hannoverscher Allgemeiner Zeitung und RedaktionsNetzwerk Deutschland wunderbar funktioniert.

Nach und nach ist es mir also gelungen, mir einen Stamm von Kunden aufzubauen (für wen ich unter anderem arbeite, ist hier nachzulesen: rouven-theiss.de/vita) – und mit diesen Kunden arbeite ich in den meisten Fällen lange, gut und äußerst vertrauensvoll zusammen. Heute, nach fünf Jahren, ist es so, dass ich zwar auch noch journalistische Aufträge wie in den Anfangsjahren übernehme und mit Kamera und Block losziehe, wenn das der Auftrag erfordert, ich aber eher ein Dienstleister für Texte bin.

Das bedeutet: Ich schreibe Texte für Unternehmen, öffentliche Einrichtungen oder Agenturen – und zwar für Websites, Mailings, Broschüren, Flyer usw. –, fungiere als externe Pressestelle, fertige also Pressemitteilungen an, bearbeite bestehendes Textmaterial, berate rund um Texte und Social-Media-Kanäle und veranstalte Workshops zum redaktionellen Arbeiten.

Heute sitze ich in meinem eigenen Büro, schaue aus dem Fenster in die Ferne und in eine spannende Zukunft. Auch wenn die Zeiten momentan natürlich mit Unwägbarkeiten verbunden sind, bin ich ganz fest davon überzeugt, dass ich am 1. Mai 2025 mein zehnjähriges Jubiläum feiern darf. Bezogen auf die Zeiten passt der Blick aus dem Fenster tatsächlich sinnbildlich: Nach dem Regen scheint irgendwann auch wieder die Sonne. Und so ist es auch heute, am 1. Mai 2020.

So fing alles an: Handballspielen und die Texte zu den Spielen waren die Dinge, die mich am meisten interessiert haben. Foto links: Theiß/Foto rechts: General-Anzeiger Bonn