Zusammenschreibung versus Bindestrich

Contentwissen – Strategische Tipps und Tools für digitale Kommunikation von Rouven Theiß

Die deutsche Sprache ist berüchtigt für ihre langen Wortungetüme. Dabei stellt sich oft die Frage: Schreiben wir das Wort in einem Rutsch durch oder setzen wir zur besseren Lesbarkeit einen Bindestrich? Heißt es Umsatzsteuertabelle oder Umsatzsteuer-Tabelle? Und was ist mit der cloudbasierten Lösung?

Die Grundregel des Dudens

Grob gesagt gilt im Deutschen: Substantive, die zusammengehören, werden auch zusammengeschrieben. Der Duden ist hier recht streng: „Die Bestandteile von Zusammensetzungen werden zusammengeschrieben.“

Bleiben wir beim Beispiel: Umsatzsteuertabelle wird laut Regel zusammengeschrieben. Es gibt keinen zwingenden Grund, hier einen Bindestrich zu setzen. Dasselbe gilt für die cloudbasierte Lösung – auch wenn viele dazu neigen, den englischen Begriff „Cloud“ optisch abzutrennen.

Wann ist der Bindestrich dein Freund?

Obwohl die Zusammenschreibung der Standard ist, darfst du den Bindestrich zur Hervorhebung oder bei Unübersichtlichkeit nutzen. Er ist quasi der "Lese-Anker" für dein Gegenüber:

  • Lesbarkeit: Bei sehr langen Wörtern mit vier oder mehr Bestandteilen hilft der Strich dem Auge.
  • Missverständnisse vermeiden: Druck-Erzeugnis liest sich manchmal klarer als Druckerzeugnis.
  • Gleiche Buchstaben: Wenn drei identische Buchstaben aufeinandertreffen, ist der Strich fast Pflicht, um den Lesefluss nicht zu stoppen (Beispiel: Kaffee-Ersatz statt Kaffeeersatz).
  • Gleichrangige Adjektive: Bei der deutsch-englischen Zusammenarbeit sind beide Teile gleich wichtig – also Bindestrich.
  • Zusammensetzungen mit Ziffern: Hier ist der Strich zwingend, z. B. 20-prozentig oder 13-mal.

Mein Tipp für deine Praxis

In meiner Textagentur beobachte ich oft eine Bindestrichinflation. Viele nutzen ihn zu oft, weil sie Angst haben, das Wort sei zu lang. Aber Vorsicht: Zu viele Striche zerhacken den Textfluss. Nutze den Bindestrich also wie ein Gewürz: Sparsam und nur dort, wo er wirklich die Lesbarkeit verbessert. Wenn du unsicher bist, schreib es im Zweifel zusammen oder schau kurz in den Duden – dein Leser wird es dir durch einen besseren Lesefluss danken.

Ich bin Rouven Theiß und unterstütze Kommunen, Unternehmen und Smart-City-Projekte dabei, Kommunikation klar zu strukturieren. In meinen Rubriken Contentwissen und Quicktipps teile ich Ansätze aus der Praxis, mit denen ich auch in Projekten zu tun habe.

 

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